Metaphysik und Wissenschaft

Juli 18, 2008 at 2:48 pm (Wille zur Macht) (, , , , , )

Erkenntnisse der Wissenschaft unterliegen auch immer der Interpretation und Begriffe die daraus hervorgehen somit immer auch einem „Willen zur Macht“.  Jegliche Wissenschaft kann aufgelöst werden bis zu einer Ebene der Metaphysik. Die Metaphysik ist für den Menschen „an-sich“ nicht fassbar, nicht begreifbar. Somit wird die Metaphysik immer aus der Interpretation des fassbaren heraus interpretiert. Erst wird das fassbare begriffen und daraus versucht eine Metaphysik abzuleiten. Somit ist jegliche Form von Metaphysik in der Wissenschaft auch nur interpretation, unterliegt somit auch wieder einem „WIllen zur Macht“. Jene Wissenschaft und jene Metaphysik welche das meiste Potenzial zur Macht in sich birgt setzt sich somit durch, ist aber bedingt und interpretiert durch den „Willen zur Macht“ der vorherrschend Macht.

Etablierte Wissenschaften wie z.B. die Naturwissenschaften oder auch die Psychologie haben einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft weil sie viel Macht-potenzial haben. Macht-potenzial über die Natur wie auch über Menschen. Wissenschaften wie z.B. die Hermetik, die Astrologie oder andere esoterische Wissenschaften werden als Pseudo-Wissenschaften bezeichnet weil sie nicht viel Macht-potenzial inne haben. Sicherlich versprechen viele dieser (als Pseudo bezeichneten) Wissenschaften ein Macht-potenzial, können es aber nicht halten bzw. machen es nicht leicht zugänglich.

Somit setzten sich die Wissenschaften durch welche das größte Macht-potenzial haben und welches zudem am leichtesten Verfügbar ist.  Zudem müssen diese Wissenschaften durch den „Willen zur Macht“ der vorherrschenden Macht interpretierbar sein bzw. ihnen nicht gegenläufig.

Beispiel: Das Kapital in Form von Geld verspricht jenen die es besitzten die Verfügbar eines Vermögens um ihren Willen durch zu setzen, um Macht zu haben.  Somit sind diese Menschen, welche viel Geld  besitzen, daran interessiert das dieses Mittel weiterhin Macht ausüben kann.  Somit sind Wissenschaften welche der Vermehrung des Geldes dienen im Sinne der Menschen die viel Geld haben da diese Wissenschaften auf das ausgerichtet sind, was ihnen ihre Macht verleiht. Als solche Wissenschaften sind z.B. die Ingenieurs- oder Wirtschaftswissenschaften zu nennen, weil diese dazu dienen können aus Kapital mehrwert, also noch mehr Kapital zu erzeugen. Die Naturwissenschaften wie z.B. die Chemie oder Physik erweitern diese genannten Wissenschaften um neue Möglichkeiten und Potenziale. Die Psychologie macht den Menschen greifbarer und berechenbarer, welches den Menschen mit den nötigen Mitteln (Geld) wieder in die Lage versetzt diesen greifbaren Menschen durch Werbung, Politik usw. zu lenken.

Auf der anderen Seite gibt es Wissenschaften welche das Machtmittel des Geldes relativieren oder es sogar verneinen. Hier gibt es Strömungen in den Geisteswissenschaften sowie in den esoterischen Wissenschaften welche von den Machthabern und deren Wissenschaften entsprechend unterdrückt werden.

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14 Kommentare

  1. sebastian said,

    Ich kann nicht sehen, warum heute noch eine Metaphysikgebraucht werden sollte. Du sagst selber, dass die Metaphysik für uns nicht (er)fassbar ist. Ich sehe dann keinen Sinn darin, den Begriff weiter zu benutzen. Dass ist ähnlich wie wenn ein Wissenschaftler heute noch den Begriff eines Gottes annehmen würde, der auf andere Art erklären würde, was der Wissenschaftler „wissenschaftlich“ erklären möchte. Der Gottesbegriff ist in diesem Sprachspiel in dieser Funktion sinnlos. Analoges möchte ich heute für die Metaphysik behaupten.
    Davon ausgehend bin ich skeptisch im Bezug auf diese Metaphysische Theorie, die hinter allem menschlichen Streben EIN Prinzip walten sieht, dass noch dazu als „metaphysisch“ deklariert wird.
    Ich denke, dass diese Art, über etwas zu Reden, dass man Metaphysik nennt, in unserer Zeit, dank Nietzsche, Hegel, Dewey und den Entwicklungen die aus dem Wiener Kreis resultierten aus der Mode gekommen ist.

  2. sebastian said,

    Edit erste Zeile: Ich kann nicht sehen, warum heute noch ein Metaphysikbegriff gebraucht werden sollte.

  3. Achter said,

    @sebastian,
    ja, das sehe ich ähnlich. Warum sollte man sich überhaupt mit Metaphysischem befassen, wenn das Physische, durch Naturgesetze bestimmte noch so viele Rätsel bietet.
    Metaphysik (insbesondere Esoterik) und andere Schwurbeleien sind dabei überflüssig, wenn nicht sogar hinderlich und rückwärtsgewandt.

    Mit „Macht“ hat das übrigens nichts zu tun, dieser Zusammenhang scheint mir eher von Verschwörungsdenken geprägt zu sein als von sachlich-intelligenter Überlegung.

    lg,
    8

  4. sebastian said,

    @Achter: Die Rede von „Naturgesetzen“ ist in ihrem Grund immernoch metaphysisch. Dahinter steht die selbe Hoffnung, die Vielheit all dessen was passiert, in einfache Prinzipien zu pressen, die übersichtlich geordnet und vorhersehbar sind. Nichts anderes wollte Metaphysik nur mit den Grundfesten, die Erfahrung allererst Möglich machen, die Naturgesetze wollen das selbe, nur mit der Erfahrung selber. Aber im Grunde ist es die selbe Idee.
    Allerdings will ich keine Wertung für die bereiche Metaphysik, Naturwissenschaft oder Religion etc abgeben. Jedes dieser Sprachspiele hat seine vor und Nachteile. Die Naturwissenschaft hat von den hier genannten einfach die meisten „Mitspieler“. Religion und Philosophie hatten einmal mehr. Aber nur weil die Menschen heute andere Vokabluare benutzen will ich nicht sagen eines sei wertvoller als ein anders. Mir erscheinen bestimmte Vokabulare nur nützlicher im Bezug auf das ziel „besseres Leben“.

    (Metaphysik hat aber rein garnichts mit Esoterik zu tun.)

  5. Achter said,

    Ich verstehe glaub was du meinst. Es gibt keine Naturwissenschaft ohne Ontologie. Die NW ist kein in sich geschlossenenes System. Niemand „weiß“ etwas. Im Gegensatz zur Religion ist sich die Naturwissenschaft dieser Schwäche aber bewußt.

    Daher gebe ich, im Gegensatz zu dir, eine Wertung ab: Religion ist überholt. Und Esoterik als billigster Ersatz davon sowieso.

    Philosophie, sofern naturalistisch und im Einklang mit der NW (Dennett, Metzinger), hat jedoch Zukunft.

  6. Achter said,

    „(Metaphysik hat aber rein garnichts mit Esoterik zu tun.)“

    Wie gesagt, E. ist billigster Abklatsch. Allerdings würde ich aus schon angedeuteten Gründen Metaphysik auch nicht allzu überbewerten.

  7. Achter said,

    „Mir erscheinen bestimmte Vokabulare nur nützlicher im Bezug auf das ziel “besseres Leben”.“

    Ist es das worauf es ankommt oder hat dieser Pragmatismus Grenzen? Was ist ein „besseres Leben“ und für wen?

  8. sebastian said,

    Worauf sollte es ankommen, wenn nicht auf das Glück der Menschen? Wem oder was sollten wir darüber hinaus verpflichtet sein und warum? Ich könnte keine Antwort darauf geben.

  9. sethnacht said,

    sebastian schrieb:
    „Worauf sollte es ankommen, wenn nicht auf das Glück der Menschen?“
    Meinst du das alle Menschen,also die Menschheit?
    Was ist den Glück?

    Worauf es bei den Wissenschaften ankommt bzw. warum sich eine Wissenschaft durchsetzt möchte ich mit einem Selbst-Zitat beantworten:
    „Somit setzten sich die Wissenschaften durch welche das größte Macht-potenzial haben und welches zudem am leichtesten Verfügbar ist. Zudem müssen diese Wissenschaften durch den “Willen zur Macht” der vorherrschenden Macht interpretierbar sein bzw. ihnen nicht gegenläufig.“

  10. sebastian said,

    „Das Glück aller menschen“ ist so eine allgemein-leere Formulierung, die schon den Utilitarismus in großte Probleme gestürzt hat. Ich würde eher sagen, das Glück der Menschen in näherer Umgebung, das man je als einzelner auch immer beeinflussen kann. Das ist ein bisschen von David Hume gestohlen, die Idee ; )
    Und als Glück würde ich hierbei noch eher Unbestimmt das nennen, was für den Menschen am besten ist. Dabei muss man natürlich beachten, dass diese Forlumlierung so überhaupt noch keinen Inhalt hat. Der inhal kommt erst in den jeweiligen Handlungssituationen herein. Das hab ich dann von Aristoteles gestohlen ; )

  11. sethnacht said,

    Sebastian,
    ich gehe davon aus das du das folgende nicht wertend liest.

    Du schreibst „das Glück der Menschen in näherer Umgebung“, damit meins du also Menschen und Situationen welche du Erlebst, bezieht sich somit das Glück der Menschen auf dein Erleben?

    Bedeutet das folglich, das dir das Leben von Menschen welches du nicht mitbekommst egal ist?

  12. sebastian said,

    es soll bedeuten, dass, meiner Ansicht nach, die Menschen in der näheren Umgebung, die man quasi als „menschen erlebt“ moralisch wichtiger sind als solche Menschen, die für einen nur „Zahlen“ sind. In der Anwendung heißt das beispielsweise, dass du für deinen Vater zb einen Meineid begehen würdest, aber ncht für irgendjemanden den du zuvor noch nie gesehen hast. Meiner Meinung nach ist jeder immer parteiisch, auch und vor allem in moralischen Fragen. Dass das Leben von weiter entfernten „egal“ wäre ist eine falsche Formulierung, es kann einen einfach nicht so stark moralisch ansprechen.

    [Man trennt hier, problematischerweise wie ich finde, in Solidarität (das Nähere) und gerechtigkeit (das weitere). Solidarität müsse man nicht mehr untermauern, Gerechtigkeit ist sowas wie die globale Spielregel. ]

  13. Deepak Gunia said,

    Ich finde es etwas voreilig und unbewusst, wenn jemand derartige Urteile über den esoterischen und metaphysischen Bereich fällt. Solch ein Urteil beruht ehr auf ein Unverständnis, gegenüber diesen Wissenschaften. Sollte man sich solche Aussagen zum mindest solange ersparen, wie man sich mit diesen Themen nicht ausführlich beschäftigt hat.

    Was den Hauptbericht angeht, sehe ich das übrigends genau auf den Punkt getroffen. Es ging noch nie um Wissenschaft, sondern immer um Macht und Geld.

    Lieben Gruß

  14. sebastian said,

    Entschuldige schon aber du bist ein Koffer.

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